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Besuch am Grab von Emil Thoma
Am 01.08.2017 jährte sich der 60. Todestag von Emil Thoma. Er war Gründer und erster Vorstand unserer Baugenossenschaft.

Augen in verschiedensten Farben und Ausformungen, die direkt ins Herz des Betrachters blicken und dieses öffnen sollen: So lässt sich das überdimensionale Kunstwerk beschreiben, das die ganze Giebelseite des Gebäudes Frauenbrunner Straße 2 in Eppingen füllt. Insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler des Eppinger Hartmanni-Gymnasiums gestalteten die acht Stockwerke hohe Wand als Kunstwerk.

Öffentliches Kunstwerk
«Ich würde mir wünschen, dass dieses Kunstwerk der Beginn der Kultur 'Kunst im öffentlichen Raum' ist», sagte Uwe Wittwer-Gärttner gestern bei der Einweihung. Der Direktor des Hartmanni-Gymnasiums (HGE) war sichtlich stolz auf das Projekt, das Schüler der Jahrgangsstufe eins an nur einem Tag realisiert haben.  Meterhoch ragt die Giebelwand des Gebäudes, das im Eigentum der Baugenossenschaft Familienheim Eppingen steht, in den Himmel, die rund 40 Augen sind über die gesamte Wandfläche verteilt. Was diese Augen, viele stilisiert und nur bedingt an ein menschliches Auge erinnernd, darstellen sollen?

Ein Auge für Leid
Es ist jedenfalls nicht der Versuchsballon für eine Überwachung des Straßenraums, hat auch nichts mit «big brother is watching you» zu tun. Vielmehr sieht Anton Varga, Geschäftsführer der Hausherrin, eine Verbindung zum Familienheimgründer Emil Thoma. «Er hatte schon vor der Gründung des Familienheims seine Augen offen, er sah das Elend der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Ausgebombten.» Und genau aus diesem Grund passe das Kunstwerk zur Baugenossenschaft. «Wie gerne hätte ich selbst mitgemacht», bekannte er. «Allerdings wären wir dann heute nicht so begeistert von der Qualität des Werkes.»  Varga selbst gab den Gymnasiasten den Anstoß zu dem Kunstwerk, das er unter den Überbegriff «Freundschaft» stellte. «Das Kunstwerk soll zeigen, dass der Weg zum Herzen der Menschen über das Auge führt», verdeutlichte der Kaufmann.

Eigenes Verständnis
«Sehen ist elementar wichtig, wegschauen keine Lösung.» Für Varga liegt ein Reiz des Kunstwerks darin, dass es jeder Betrachter für sich selbst interpretieren kann. Sein Wunsch: Möge jeder mit offenen Augen durchs Leben gehen. «Die Kunst öffnet das Haus», erläuterte Claudia Böhm, die mit Kerstin Max-Bach und Sebastian Kaminski das Projekt betreut hat. Vorarbeiten wie das Anfertigen der Pappschablonen wurden im Kunstunterricht getätigt. Die Schüler wussten zu Beginn des Tages nicht, was auf sie zukommt, doch jeder Künstler konnte seine Ideen verwirklichen, von den Pädagogen kamen lediglich Denkanstöße oder auch mal Verbesserungsvorschläge.

Harte Arbeit
30 Schüler waren acht Stunden beschäftigt. «Ich ziehe den Hut vor der Leistung der Schüler», sagte Claudia Böhm, «denn es war eine Herausforderung, die Wand nicht durch tropfende Farbe zu beschädigen.» Überhaupt sei es ein "Vergnügen gewesen, mit den Schülern zusammenzuarbeiten«, lobte die Pädagogin.  Oberbürgermeister Klaus Holaschke hatte nicht gezögert, die Schirmherrschaft zu übernehmen, als ihm Varga und Wittwer-Gärttner das Projekt vorstellten. Er nannte es eine «gelungene Idee, diese große, prominente Wand als Kunst im öffentlichen Raum zu gestalten». Das Projekt erzeuge Aufmerksamkeit, so Holaschke, der sich freute, dass ihm die Schüler ein Auge ganz oben am Giebel gewidmet haben.

(mit freundlicher Genehmigung der Kraichgau Stimme, von Nicole Theuer)